Die Zukunft des Einkaufens

Einkaufswagen

Du hältst dein Smartphone kurz über einen Sensor. Läufst in den Supermarkt, nimmst dir die Produkte, die du willst und gehst wieder. Ohne an der Kasse anstehen zu müssen, läufst du wieder aus dem Laden hinaus. Ohne langes Warten an der Kasse. Einfach so.

Genau das verspricht ein Video von Amazon, das Ende 2016 für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat. In dem Supermarkt „Amazon Go“, checkt man sich mithilfe der Amazon Go App ein. Nimmt man ein Produkt aus dem Regal, wird es automatisch zu dem digitalen Einkaufskorb hinzugefügt. Falls man sich noch einmal umentscheidet ist das auch kein Problem, der Artikel wird beim zurücklegen automatisch wieder aus dem System genommen. Der Wert des virtuellen Warenkorbs wird nach dem Herauslaufen automatisch vom eigenen Amazon Konto abgebucht. Fertig.

 

Sieht so die Zukunft des Einkaufens aus?

Fest steht, das Einkaufen soll für den Kunden so angenehm wie möglich gemacht werden. Für den Supermarktbetreiber sind damit natürlich viele Herausforderungen verbunden. Neben der technischen Umsetzbarkeit stellen sich Fragen nach Kosten, bzw. Rentabilität, der Sicherheit und des Datenschutzes. Sofort wurden Stimmen laut, dass derartige Kameras und Sensoren heute noch viel zu teuer wäre, man Produkte in einem solchen Supermarkt zu leicht stehlen könnte und dass solch ein Konzept in Europa aus datenschutzrechtlichen Gründen – Stand heute – überhaupt nicht umsetzbar wäre. Tatsächlich wurden bereits technische Probleme bei Amazons Test Shop in Seattle bekannt geben. Demnach funktioniert das System bei mehr als 20 Kunden gleichzeitig nicht mehr richtig.

Trotzdem steckt in Amazons neuem Supermarktkonzept enorm viel Innovation, die die Richtung für das Einkaufen der Zukunft vorgeben könnte. Die Digitalisierung krempelt die Branche um. Das Smartphone, dass sich für viele längst zur Schaltzentrale des Lebens entwickelt hat, wird auch beim Shoppen eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Die On- und Offline-Welten werden zunehmend verschmelzen. Immer neue technische Innovationen sollen uns durch ein möglichst angenehmes Einkaufserlebnis dazu animieren mehr zu kaufen.

Wir haben uns gefragt:

Welche Ideen werden heute schon getestet und können in naher Zukunft tatsächlich schon Realität sein?

 

Liefernde Roboter und Drohnen

Mittlerweile können in deutschen Großstädten Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs online bestellt werden, die innerhalb einer Stunde zuhause ankommen. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Pakete von selbstfahrenden Robotern und fliegenden Drohnen bequem an unsere Haustüren geliefert werden. Ein entsprechendes Patent für schwebende Warenlager als Basis für Transport-Drohnen hat Vorreiter Amazon bereits angemeldet.

 

Selbstfahrende Einkaufswagen

Ein Unternehmen aus Portugal hat einen Roboter-Einkaufswagen entwickelt, der dem Kunden nach kurzer Identifizierung per Bilderkennung selbständig und in gebührendem Abstand durch den Supermarkt folgt. Der „WiiGo hilft vor allem mobilitätseingeschränkten Personen, etwa Rollstuhlfahrern oder Kunden mit Kinderwagen. Die aktuell ziemlich hohen Anschaffungskosten von 4.000€ sollen deutlich sinken und in Zukunft durch facettenreiche Funktionen gerechtfertigt werden. Der Roboter soll so weiterentwickelt werden, dass er schon bald eigenständig Waren aus dem Regal holen, Regale auffüllen und den Boden wischen kann.

 

Intelligente Regale und Preisschilder interagieren mit dem Kunden

Neben Robotern und vollautomatischen Kassensystemen werden Bildschirme die Idee des Supermarkts der Zukunft prägen. Digitale Anzeigen, die vom Supermarkt zentral gesteuert werden können, werden Papierpreisschilder ersetzen. Damit wird mehr möglich sein, als nur den Preis flexibel auf Knopfdruck zu ändern. Steht der Kunde am Regal, könnte das digitale Preisschild per NFC-Technologie zum Beispiel Daten über Allergene in Lebensmitteln auf sein Smartphone übertragen oder Rezensionen zu den gewünschten Produkten anzeigen.

 

Intelligente Regale sollen mithilfe von Tiefenkameras und Sensoren zur Entfernungsmessung Kundengesten verstehen. Durch einen einfachen Fingerzeig sollen dem Kunden auf einem Display nähere Informationen zum Produkt angezeigt werden; zum Beispiel Inhaltsstoffe, Nährstoffwerte, Herkunft, ökologischer Fußabdruck oder dazu passende Produkte.

 

Das eigene Smartphone als Schaltzentrale

Das eigene Smartphone gewinnt immer mehr an Bedeutung – so auch in der schönen neuen Einkaufswelt. Für viele gehört der digitale Einkaufszettel heute schon dazu. Zukünftig könnte er in einer App geladen werden, die den Smartphone-Nutzer anhand der Liste optimal durch den Markt leitet. Über einen QR-Code könnten noch schnell Rezeptvorschläge an bestimmten Stationen mitgenommen werden. Das Smartphone könnte mithilfe von Apps kontakt- und bargeldloses Zahlen ermöglichen, sowie das Aufsetzen von Bonusprogrammen für Kunden erleichtern.

 

Die Findbox sucht und findet Produkte

Nicht nur im Lebensmitteleinzelhandel, sondern auch in anderen Branchen kommt immer mehr neue Technik zum Einsatz. So soll zum Beispiel die „Findbox das lästige Warten auf einen Verkäufer, etwa in einem Elektronikmarkt, vergessen machen und dem Kunden die Suche nach seinem Wunschprodukt abnehmen. Die Bilderkennungssoftware der Findbox erkennt beispielsweise eine alte vom Kunden mitgebrachte Druckerpatrone und leitet ihn durch blinkende Elemente an den Preisschildern am Regal zum richtigen Produkt.

 

Beratende Umkleidekabinen mit Bestellfunktion

Neue Technologien kommen auch in der Modebranche zum Einsatz: Die intelligente Umkleidekabine „Phizzard“ soll Kunden beraten können. Bei Phizzard handelt es sich um einen Spiegel, mit dem der Kunde per Touchscreen direkt interagieren kann. Nach dem Einscannen der Kleidungsstücke, kann der Shopper auf Knopfdruck eine Hose in einer anderen Größe oder ein T-Shirt in einer anderen Farbe beim Verkaufsmitarbeiter anfordern. Außerdem schlägt Phizzard zum Look passende Kleidungsstücke vor. Entscheidet sich der Kunde zum Kauf, tippt er auf den Bildschirm und muss nur noch zur Kasse gehen, wo die Rechnung dann schon bereit liegt. In Zukunft sollen auch Produkte, die nicht im Laden vorrätig sind, direkt am intelligenten Spiegel bestellt und bezahlt werden können. Eine erste Version des Phizzards ist bereits in ausgewählten Shops in Berlin im Einsatz, wo der Umkleidekabinen Assistent von einem Start-up entwickelt wurde.

 

Künstliche Intelligenz unterstützt Kunden und Einzelhändler

Auch Computersysteme, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten, werden beim Einkaufen der Zukunft zum Einsatz kommen und sowohl Kunden als auch Einzelhändler unterstützen. „Watson heißt beispielsweise die Zukunftslösung des IT-Riesen IBM. Das mitdenkende Computerprogramm soll online die Vorlieben eines Kunden erkennen, verstehen und interpretieren (beispielsweise anhand von Social Media Einträgen) und daraufhin passende Produkte für ihn aussuchen und Fragen individuell zugeschnitten beantworten können.

Stationären Einzelhändlern hilft Watson, indem das System mithilfe ausgewerteter Daten beispielsweise die Assetleistung überwacht und den Wartungsbedarf prognostiziert. Außerdem soll der Supercomputer dazu beitragen, Produktausschuss und Lagerbestand drastisch zu senken, ein effektiveres Personalmanagement zu erreichen und dabei helfen den Kunden besser zu verstehen.

 

Digital Stores als alternatives Modell

Ein kleiner Elektronikmarkt, kaum ausgestellte Produkte, dafür aber viele Kundenberater und jede Menge großformatige Bildschirme – Ein solches Konzept testet Media Markt aktuell in der Innenstadt Barcelonas. Dort soll das direkte Kundengespräch mit der Transparenz des Online-Handels verknüpft werden. Auf riesigen Touchscreens kann der Kunde die Ware betrachten, vergleichen, zusätzliche Informationen nachlesen und sie bei Interesse direkt ordern oder sich Nachhause schicken lassen. Über eine so genannte Social Wall werden Tweets und Facebook-Beiträge der Besucher im Shop angezeigt. Teil der effizienten Raumnutzung ist ein angeschlossenes Lager, in dem ein Roboter die Produkte in ein Abholfach legt, wo der Kunde sie rund um die Uhr entnehmen kann. Soll es schnell gehen, kann die Ware auch an einem von zehn Terminals bei Mitarbeitern abgeholt werden. Ist die Kunden Resonanz im Markt in Barcelona positiv, soll das Konzept in weiteren Städten ausgerollt werden.

 

Vom Sofa direkt in die Filiale mit Virtual Reality

In Media Markts Digital Store haben die Besucher zudem die Möglichkeit bestimmte Produkte per Virtual-Reality-Hardware zu begutachten. In Zukunft sollen Kunden mithilfe einer VR-Brille und einer zugehörigen App Geschäfte virtuell betreten können – von der eigenen Couch aus.

Auch Augmented Reality, also die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung, eröffnet neue Möglichkeiten. Passen die neuen Stühle zum Esstisch oder die neuen Vorhänge zum Rest der Einrichtung? Mithilfe einer Datenbrille sollen sich potentielle neue Möbelstücke ins eigene Wohnzimmer projizieren lassen und würden dem Kaufinteressierten so einen nie dagewesenen Service ermöglichen. Doch einen Besuch im Möbelhaus kann auch die modernste Technik nicht gänzlich ersetzen – zumindest wenn man die Möbelstücke auch einmal anfassen möchte. Eine persönliche Beratung kann der virtuelle Assistent ebenfalls (noch) nicht leisten.

 

Mit Socialwave in die digitale Zukunft

Socialwave hilft dabei den stationären Einzelhandel zukunftsfähig zu machen. Rechts- und abmahnsicheres WLAN wird als Service für die Kunden immer wichtiger und liefert wertvolle Daten für die Betreiber. Zudem könnten in Zukunft neue App-basierte Services mit dem WLAN verknüpft werden.

Socialwaves Offline Analytics bieten durch passives WiFi-Kundentracking eine zeitgemäße Möglichkeit der Frequenzmessung. Dadurch werden Kennzahlen wie die Aufenthaltsdauer, die Abschöpfquote oder Bewegungsmuster erfasst, die Aufschluss über das Verhalten der eigenen Zielgruppe geben. Um sich als Einzelhändler im Wettbewerb auch zukünftig behaupten zu können, werden diese Daten immer relevanter. Die Digitalisierung ist in vollem Gange. Und die Zukunft beginnt heute.

 

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